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JOSEF WINKLER, MdB
23.09.2009: 

Josef Winkler bei der Eröffnung des "Instituts für interkulturelle Pädagogik" und bei den Ludwigshafener Werkstätten für Behinderte

Der Tag startete für Josef Winkler mit einem Termin in Mannheim, den er außerhalb des Wahlkampfes wahrnahm. Zur Eröffnung des „Instituts für interkulturelle Pädagogik“ war als Hauptrednerin die ehemalige Bundesministerin und langjährige Präsidentin des Deutschen Bundestages, Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, geladen.

Neben Winkler und der Grünen Europaabgeordneten Franziska Brantner, nahmen zahlreiche Politikerinnen und Politiker an dem Festakt teil. Nach der Begrüßung von Herrn Dr. Schmelzer (Sprecher des Instituts), der kurz die Aufgaben des Instituts umriss und einführender Worte der Mannheimer Bürgermeisterin, Frau Warminski-Leitheußer, sprach Prof. Süssmuth über ihre Erwartungen an eine solche Einrichtung.

Süssmuth machte klar, dass man endlich von dem Konzept der Selektion im Bildungsbereich wegkommen und vielmehr „vom Kind her denken“ solle. Dabei sei es unwichtig, welcher Ethnie das Kind angehöre oder aus welchem sozialen Umfeld es stamme. Die Eröffnung des Institut sah sie positiv und fragte in die Runde, warum die Einrichtung einer solchen Institution bis heute auf sich habe warte lassen. Besonders die christlich-westliche Kultur stehe auf den Füßen vieler anderer Kulturkreise, von denen man gelernt habe. Deshalb sei es in Zukunft sehr bedeutsam, die Begegnung von Menschen mit unterschiedlichen „kulturellen Wurzeln“ zu fördern, ohne von ihnen eine Assimilierung zu erwarten, wie es in Deutschland leider oft noch der Fall sei.

Als nächstes stand für Winkler und Brantner ein Wahlkampftermin in Ludwigshafen auf dem Programm. Dort besuchte man die „Werkstätten für Behinderte“ und ließ sich von den Herrn Seyl (Geschäftsführer des Gemeinschaftswerks für Menschen mit Behinderung GmbH), Ried (Leiter der Werkstatt) und Jaberg (Diplom Psychologe) über die Arbeit der Institution informieren.

 

Nach einer kurzen Übersicht über die verschiedenen Aufgabenfelder, Arbeitsbereiche und Standorte der Werkstätten durch Herrn Seyl, sprach Herr Ried über die Arbeit der Werkstätte in Ludwigshafen. Alle Beschäftigten durchliefen ein dreimonatiges Auswahlverfahren, indem festgestellt werde welche Interessen sie hätten und würden dann in den folgenden 2 Jahren ausgebildet, so Ried. Dabei wolle man generell das Interesse der Menschen für den ersten Arbeitsmarkt wecken, wobei die Vermittlungsquote hier immer noch sehr geringe 0,3% betrage.

Obwohl die Wirtschaftskrise dafür verantwortlich sei, dass auch in den Werkstätten die Löhne erheblich (bis zu 30%) gesunken seien, gäbe es Firmen in der „freien Wirtschaft“, die unter den Produktionspreisen der Werkstätten lägen, wobei dann oft nur Löhne von 5 Euro gezahlt würden. Hier machte Winkler deutlich, dass die Grünen sich für einen flächendeckenden Mindestlohn von 7,50 Euro einsetzen.

Franziska Brantner erkundigte sich auch nach der Altersstruktur und den Zu- bzw. Abgangszahlen des Betriebs. Herr Ried erklärte, dass man derzeit ein Durchschnittsalter von ca. 40 Jahren bei den Beschäftigten habe, wobei dieser Wert steige. Leider stünden den derzeit ungefähr 10 bis 15 Zugängen pro Jahr etwa 25 Abgänge gegenüber.

Zum Ende der Runde kam man noch auf das Thema „Inklusion von Menschen mit Behinderung“ zu sprechen. Herr Seyl machte an diesem Punkt deutlich, dass hier vor allem auch die Mehrheitsgesellschaft gefordert sei. So sei man vor allem im Wirtschaftsbereich oft nicht bereit sich zu öffnen, den Dialog mit den Werkstätten zu suchen und auf diesem Wege zu versuchen, Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt aufzunehmen. Auch müsse bei dem Konzept der Inklusion der Behinderte im Zentrum stehen. Hier gab ihm Winkler Recht und äußerte seine Meinung, dass man behinderte Menschen zum Beispiel nicht ohne ausreichende zusätzliche Unterstützung (etwa durch Sonderpädagogen) in „normalen Schulen“ ausbilden dürfe. Generell müsse Inklusion so früh wie möglich geschehen und immer an dem Nutzen für die behinderten Menschen gemessen werden, so Winkler abschließend.

Bevor man einen Rundgang durch die verschiedenen Abteilungen der Werkstatt unternahm, machten Winkler und Brantner das Angebot, im nächsten Jahr ein von der Grünen Bundestagsfraktion organisiertes Gespräch, bei dem alle relevanten Gruppen (also auch Unternehmen der freien Wirtschaft, Arbeitnehmer-vertreter, etc.) eingeladen werden, zu initiieren. Hier wolle man auch den behindertenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Herrn Markus Kurth, hinzuladen. Dieser Vorschlag wurde von allen Teilnehmern begrüßt.

Den Abschluss des Tages bildete für Winkler das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern am Grünen Infostand in der Ludwigshafener Innenstadt.

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