JOSEF WINKLER, MdB

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Montag, 24. Juni 2019

06.11.2006: 

Neunte Etappe der grünen Integrationstour

Josef Winkler besuchte zunächst das Projekt "Multikulturelle Nordstadt", das sich in einem Stadtteil um Integration bemüht, der von Migration und sozialer Ausgrenzung geprägt ist.

In ganz besonderer Weise widmet sich die Arbeit dieses Stadteilprojekts der Sprachförderung Zuwandererfamilien: Zum einen durch Angebote zur Einbindung von Müttern und Eltern in die sprachliche Förderung ihrer Kinder bzw. zur Stärkung ihrer Erziehungskompetenzen und Sprachkenntnisse. Überhaupt wird hier Elternarbeit ganz groß geschrieben: In enger Zusammenarbeit mit Kitas, Familienzentren und Schulen – aber auch mit Migrantenselbstorganisationen - wird versucht, Eltern in Erziehungs- und Bildungsfragen zu sensibilisieren und zu aktivieren.

Es gibt aber auch Sprachförderungsmaßnahmen für Kinder aller Altersstufen sowie Unterstützung bei dem so wichtigen Übergang aus der Schule in die berufliche Ausbildung.

Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte können sich fortbilden in Fragen der interkulturellen Bildung und Erziehung, über Grundkenntnisse des Spracherwerbs sowie über Methoden der Sprachförderung zwei- und mehrsprachig aufwachsender Kinder.

Alles zusammen ein sinnvoll aufeinander abgestimmtes Rundum-Konzept zur Förderung der Sprachentwicklung und der Partizipation von hier lebenden Migrantinnen und Migranten.

Anschließend statteten Josef Winkler zusammen mit der kommunalpolitischen Sprecherin der Grünen Bundestagsabgeordneten, Kerstin Andreae und Sylvia Löhrmann (der Vorsitzenden der grünen Fraktion im Landtag NRW) dem Ressort Zuwanderung und Integration der Stadt Wuppertal einen Besuch ab. Dieses wurde 2002 als eigenständiges Ressort gegründet. Es umfasst nicht nur die regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA), sondern z. B. auch (ein wirkliches Novum!) das Ausländeramt der Stadt.

 

Integration ist für den Ressortleiter Jürgen Lemmer ein interkultureller Lernprozess, der für die Migrationsbevölkerung und die Aufnahmegesellschaft Chancen und Herausforderungen eröffnet. Das Ressort richtet sich daher gleichermaßen an die Minderheits- und Mehrheitsgesellschaft. Es will nicht nur das interkulturelle Zusammenleben und das interkulturelle Lernen fördern, sondern strebt auch eine verstärkte Partizipation von Migrantinnen und Migranten und deren Selbstorganisationen an.

Flankiert wird die Arbeit des Ressorts durch intensive Bemühungen der Stadt Wuppertal zur interkulturellen Öffnung und zur Vermittlung interkultureller Kompetenz - denn auch öffentliche Verwaltungen müssen sich gesellschaftlichen Veränderungen stellen. Deshalb sind in Wuppertal interkulturelle Weiterbildungen ebenso wichtig, wie eine neue Art von Personalpolitik, die es ermöglicht, die vielfältigen Potenziale von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unterschiedlicher kultureller Herkunft einzubeziehen.

Ein wichtiger zusätzlicher Schritt für eine bessere politische Beteiligung der in Wuppertal lebenden Migrantinnen und Migranten ist der vor zwei Jahren erstmals gewählte Migrationsausschuss, der den alten Ausländerbeirat ablöste. Im Migrationsausschuss arbeiten zehn direkt von Migrantinnen und Migranten gewählten Vertreterinnen und Vertreter mit elf stimmberechtigten Mitgliedern des Rates der Stadt Wuppertal. Der Migrationsausschuss hat mehr Entscheidungsbefugnisse als der alte (lediglich beratende) Ausländerbeirat: Er versucht somit die Anliegen derjenigen Wuppertalerinnen und Wuppertaler direkter in die Kommunalverwaltung zu transportieren, die sich – nach wie vor - nicht direkt an Kommunalwahlen beteiligen können.

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