Umweltschutz schafft Arbeitsplätze, insbesondere auch in Zeiten der Wirtschaftskrise. Zu diesem nicht ganz neuen Ergebnis kommt der aktuell vom Bundesumweltministerium vorgestellte Umweltbericht "Umweltschutz schafft Perspektiven".
Staatssekretärin Astrid Klug (SPD), die den Bericht vorstellte, sieht bis zum Jahr 2030 Chancen auf zusätzliche 900.000 Jobs im Umweltbereich. Besonders durch Investitionen in den Klimaschutz könnten 500.000 neue Jobs bis 2020 geschaffen werden, bis 2030 zusätzlich 400.000 weitere. Investitionen in diesem Bereich seien insbesondere notwendig, um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, den CO2-Ausstoss bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren.
Erneuerbare Energien sind wichtigster Jobmotor
Bereits jetzt beträgt der Anteil der im Umweltschutz Beschäftigten mehr als 1,8 Millionen, das entspricht 4,5 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland. Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung am grünen Arbeitsmarkt ist laut Umweltbericht vor allem das Wachstum bei den erneuerbaren Energien. 2007 arbeiteten in der Branche knapp 250.000 Personen. Gegenüber 2004 bedeutet dies ein Plus von 90.000 Arbeitsplätzen.
Von der geplanten Verdoppelung der Energieeffizienz bis 2020 und dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland erwartet das Umweltministerium erhebliche finanzielle Einsparungen bei den Energieimporten. Die jährlich eingesparten 20 Milliarden Euro würden dann zusätzlich in Deutschland verbleiben und stünden für Investitionen zur Verfügung.
Umweltpolitik unerlässlich zur Bewältigung der Wirtschaftskrise
Die Staatssekretärin betonte, dass die Umweltpolitik eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise spiele. Insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei aus ihrer Sicht nachhaltiges Wirtschaften unumgänglich. Dies führe zu mehr Erfolg als der Blick auf kurzfristige Gewinnmaximierungen. "Energiepolitik im Dienst des Klimaschutzes lohnt sich unmittelbar für das Land, das sie betreibt. Denn sie ist in Zeiten stetig steigender Energiepreise Motor für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung".
Der Umweltbericht beschäftigt sich zudem mit der Lebensqualität der Menschen in den Städten und zeigt anhand von Beispielen Chancen für die ländliche Entwicklung auf. Er betont die Bedeutung einer intakten Umwelt. Vergiftete Gewässer und verschmutze Luft führen zu nicht unerheblichen Folgekosten. So werden z. B. auch 60 Prozent aller Erkrankungen weltweit als umweltbedingt eingeschätzt.
Aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen ist fraglich, ob mit der gegenwärtigen Politik das Jobpotenzial der erneuerbaren Energien voll ausgeschöpft werden kann.
Die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel und Ex-Wirtschaftsminister Glos haben verschiedentlich bewiesen, dass es ihnen mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der Steigerung der Energieeffizienz nicht wirklich ernst ist. Dies zeigte sich zuletzt an den Schwierigkeiten in der Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes sowie der Diskussion um die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke.
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