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JOSEF WINKLER, MdB

Dazu der Kommentar:

Der Bock wird zum Gärtner

Das Vorgehen des Bundesfamilienministeriums bei der Aufarbeitung der Zustände in Waisenhäusern, Kinderheimen und Erziehungsanstalten in den ersten drei Nachkriegsjahrzehnten ist bestenfalsl unsensibel.

Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) hält die Frage einer Entschädigung nach eigenen Worten für „offen“, einzig den Vorschlag eines Entschädigungsfonds für misshandelte Heimkinder lehnt sie kategorisch ab. Zugleich lässt sie das Problem „ergebnisoffen“ unter Federführung des „Deutschen Vereins für öffentliche und private Vorsorge“ diskutieren - mithin des Dachverbands der Täter-Organisationen Caritas und Diakonisches Werk, die sich gegebenenfalls an einer Entschädigung zu beteiligen hätten.

Ist das bloße Tollpatschigkeit? Viel näher liegt der Verdacht, das Ministerium wolle die zweijährige Vorarbeit des Bundestags-Petitionsausschusses gleichsam ungeschehen machen und das gerade für die beiden großen Kirchen unliebsame Thema entsorgen. Solchem Kalkül darf der Bundestag nicht entsprechen.

Von Stefan Sauer, 12.01.09

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