A- | A | A+
JOSEF WINKLER, MdB
13.09.2013: 

Kabarett, Karneval, Kirche und Kochen

Artikel in der RHEIN-ZEITUNG

Stolz schaut Josef Winkler auf sein Foto mit dem mondänen Kurhaus von Bad Ems. Der 39-jährige Grünenpolitiker ist zwar in Koblenz geboren, aber nach einem kurzen Abstecher ins Saarland ist die Stadt an der Lahn seine Heimat geworden. „Ich bin dort zur Schule gegangen und habe mit den Leistungskursen Deutsch, Englisch und Geschichte im Jahr 1993 mein Abitur am Goethe-Gymnasium gemacht.“ Gern hätte er Musik gewählt, aber das wurde leider nicht angeboten. Als Ausgleich sang er im Kirchenchor.


(zum vergrößern hier klicken)


„Ansonsten interessierte ich mich für Umweltthemen im Fach Biologie“, erinnert er sich. So kam es, dass er bereits mit 16 Jahren Mitglied bei den Grünen wurde. Nach seiner Ausmusterung schnupperte Winkler ein Semester lang Uniluft in Mainz. „Die überfüllten Hörsäle und das Gerenne waren nichts für mich. So bewarb ich mich im Koblenzer Brüderkrankenhaus um einen Ausbildungsplatz als Krankenpfleger.“

Winklers Mutter stammt aus dem indischen Bundesstaat Kerala. Die Sprache, die man dort spricht, beherrscht er nicht. „Meiner Mutter war es wichtiger, dass ich vernünftig Deutsch sprechen kann“, sagt er. Besucht hat er Indien zwar bereits mehrfach, aber leider nur dienstlich. „Gern würde ich auch mal als Tourist dort hinfahren“, sagt er. Probleme mit dem Thema Rassismus habe er in seiner Jugend nicht gehabt, „vielleicht war ich kein Angriffsobjekt, weil ich Deutsch spreche.“

Das Thema Religion nimmt eine große Rolle in Winklers Leben ein. „Mein Glaube hilft mir, wenn ich Probleme habe. Er hilft mir, über meinen eigenen Horizont hinauszudenken.“ Vielseitig geht es auch in seiner Freizeit zu. Ob als Senator der Bad Emser Karnevalsgesellschaft, im Elferrat des Niederlahnsteiner Carneval-Vereins oder auf den Sitzungen in Koblenz – „dieses Brauchtum steht bei mir an zweiter Stelle“, sagt Winkler. Viel Zeit verbringt er aber auch mit seinem ehrenamtlichen Job als Intendant des Bad Emser Kabaretts Casa Blanca. „Das ist sehr aufwendig, aber ich mache es unheimlich gern“, sagt er.

Für sein Hobby als Koch halten gern seine Freunde her. „Ich sammle Rezepte und probiere sie dann im gemeinsamen Urlaub aus“, berichtet er. Gereist wird bei ihm vor allem per Bahn. „Nach einem schweren Autounfall in meiner Jugend als Beifahrer wurde mir beim Autofahren immer schlecht. Deshalb habe ich keinen Führerschein gemacht.“ Inzwischen geht das mit dem Autofahren besser. Wenn nötig nutzt er das Car-Sharing-Angebot in Koblenz und lässt sich fahren. Und weil er so viel unterwegs ist, ist er nicht böse darum, dass er Single ist. „Das macht mir meine Arbeit leichter, ich bin in meiner Planung flexibel. Vielleicht ändert sich das irgendwann“, sagt er lächelnd. (Text: Jennifer de Luca)

« zurück