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JOSEF WINKLER, MdB
06.09.2013: 

Abgeordneter besuchte Klinik – Josef Winkler informierte sich über Probleme in Reha-Einrichtung

Artikel in der RHEIN-LAHN-ZEITUNG

Der Besuch in der Bad Emser Malbergklinik war für den Bundestagsabgeordneten Josef Winkler (Bündnis 90/Grüne) fast ein Heimspiel. Allerdings sind Abstecher dieser Art in dieser Rehabilitationseinrichtung in seiner Heimatstadt doch eher selten, und der letzte liegt auch schon viele Jahre zurück. So begann Winklers Besuch auch mit einem Rundgang durch die Einrichtung. Hierbei nutzte der Abgeordnete die Gelegenheit, sich über die baulichen Veränderungen des Hauses zu informieren.

Im anschließenden Gespräch verwies Geschäftsführerin Jutta Doepner auf das Sparprogramm der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), das auch die medizinischen Rehabilitationsleistungen betrifft. Sie wies darauf hin, dass im Gesundheitssystem an der falschen Stelle gespart würde. Während die Gesamtausgaben der GKV in den vergangenen Jahren um 50 Pro-zent gestiegen seien, seien die Ausgaben für medizinische Rehabilitationsleistungen im gleichen Zeitraum lediglich um 1,8 Prozent gestiegen.

Doepner, Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken, verwies auf die seit Jahren stetig wachsende Zahl der Morbidität in der Altersgruppe der über 65-Jährigen. Hier könne die Pflege verschoben oder gar verhindert werden. Während die Zahl der Pflegebedürftigen in den vergangenen Jahren im Durchschnitt um 11,7 Prozent angewachsen sei, sei die Zahl der Leistungsfälle in der Reha um 24 Prozent gesunken. Eine der Ursachen dafür sei das nicht bedarfsgerechte Verordnungs- und Bewilligungsverfahren, einhergehend mit dem Wettbewerb der Krankenkassen untereinander.

Winkler zeigte sich überrascht von der finanziellen Situation der Reha-Einrichtungen im Allgemeinen. Vor dem Hintergrund der erheblichen Mehraufwendungen im Gesundheitswesen sei es erstaunlich, dass gerade dieser Bereich nicht die erforderliche Unterstützung erfahre, meinte er. Die sei gerade für den Standort Bad Ems mit mehreren Einrichtungen zur medizinischen Rehabilitation von existenzieller Bedeutung. „Es geht doch darum, die Menschen wieder in ihren ursprünglichen körperlichen Zustand zu versetzen und ihnen die Teilnahme am Arbeitsleben zu ermöglichen, sie wieder in den beruflichen Alltag und ältere Menschen in die Gesellschaft zu integrieren“, betonte Winkler. Nicht ausreichend berücksichtigt sieht er die demografische Entwicklung der Gesellschaft.

Der ärztliche Direktor Dr. Johannes Rösgen und die Geschäftsführerin beklagten, dass ihnen der Fachkräftemangel zunehmend Sorge bereitet. Seit geraumer Zeit versuchen die Verantwortlichen deswegen, auch über die Landesgrenzen hinweg nach geeigneten Mitarbeitern zu suchen. Die Sprache bleibe hierbei trotzdem ein wichtiges Kriterium. Winkler versprach, die Problematik der Reha-Einrichtungen in der Fraktion seiner Partei zu besprechen.


(von Jürgen Heyden, Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Freitag, 6. September 2013, Seite 20)

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