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JOSEF WINKLER, MdB
19.04.2012: 

Leserbrief von Josef Winkler

in der RHEIN-LAHN-ZEITUNG

Rheinquerung – Zu den Leserbriefen zur Mittelrheinbrücke von Herrn Petereit aus Boppard und Herrn Zorn vom Verein Pro Brücke äußert sich der Bundestagsabgeordnete Josef Winkler, Bündnis 90/Die Grünen.

„Beleidigungen ersetzen keine Argumente“

Zu den Leserbriefen ist zu sagen, dass die Grünen – und zwar auf beiden Seiten des Rheines – seit vielen Jahren gegen die Brücke sind. Insofern muss man das nicht ständig wiederholen. Die gesamte Partei der Grünen in Rheinland-Pfalz hat vielfach beschlossen, sich mit aller Kraft gegen die Brücke einzusetzen. Das ist durchaus kein „unnötiges Wahlversprechen“, sondern eines unserer wichtigsten verkehrspolitischen Ziele gewesen. Auch, um unserer Region die verheimlichten hohen Millionenkosten, die die beiden Landkreise über Jahrzehnte zu tragen hätten, zu ersparen. Dass uns die Fähren als historischer Bestandteil unserer Heimat wichtig sind, heißt noch nicht, dass wir sie völlig unkritisch sehen. Insofern kann ich zumindest sagen, dass wenn die Begründung für Preiserhöhungen bei einer Fähre wegfällt, auch die Erhöhung des Fahrpreises wegfallen sollte.

Soweit Herr Zorn uns für „hochnäsige“ Ignoranten erklärt, kann ich ihm nur raten, den Schaum vorm Mund abzutupfen. Beleidigungen ersetzen keine Argumente. Wer in Reden von grünen „Rumpelstilzchen“ und von Ministerin Lemke als „grüner Hexe“ spricht, und auch sonst anstatt mit Argumenten überwiegend mit Beleidigungen uns gegenüber arbeitet, sollte sich dringend mäßigen. In diesen Wettbewerb der Niveaulosigkeit steigen wir Grüne jedenfalls nicht ein. Statt dessen wäre es interessant zu wissen, warum Herr Zorn eigentlich die FDP-Minister, die jahrelang eine Idee nach der anderen hatten, um die Brücke zu verhindern, nicht kritisiert hat. Oder ist er dafür als ehemaliger IHK-Vize zu befangen gewesen? Soweit es meine Partei betrifft, sind wir stolz, der Region ein Millionengrab (vorläufig) erspart zu haben, das Unesco-Welterbe unbeschadet gelassen zu haben und gleichzeitig erreicht zu haben, dass man länger über den Fluss kommt. Daran, und an den Preisen gilt es allerdings weiterzuarbeiten – konstruktiv und ganz ohne Verunglimpfung Andersdenkender.

Josef Winkler, Bad Ems, Mitglied des Bundestages


(Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Donnerstag, 19. April 2012, Seite 25)

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