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JOSEF WINKLER, MdB
12.10.2011: 

Josef Winkler besucht Moschee in Nassau

Artikel in der RHEIN-LAHN-ZEITUNG

Auf seiner Herbsttour hat der Bundestagsabgeordnete Josef Winkler (Bündnis 90/Die Grünen) gemeinsam mit Mitgliedern des Kreisverbandes der Partei die türkisch-muslimische Gemeinde in Nassau besucht. Er war gekommen, um die Ziele grüner Integrationspolitik aus dem rheinland-pfälzischen Koalitionsvertrag zu erläutern und den Menschen Fragen zur weiteren Vorgehensweise zu beantworten. Bei einer detaillierten Führung durch die Moschee sahen sich die Besucher die Gebetsräume an, und ihnen wurde einiges über die Ausübung der muslimischen Religion nähergebracht.

Die seit 2004 in Nassau bestehende Vereinigung ist 80 Mitglieder groß und bietet für circa 400 Menschen rund um Nassau eine Möglichkeit, ihre Kultur frei auszuleben. Zwei Gebetsräume für Männer und Frauen sowie zwei Waschräume, ein Veranstaltungsraum und die Wohnung des Imams sind dort vorzufinden. „Wir bieten Deutschkurse an und versuchen vor allem, die Jugendlichen möglichst gut in die deutsche Kultur zu integrieren“, sagte Ufuk Özsoy, Vorsitzender des Kulturvereins Nassau. „Wir legen großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit der ortsansässigen evangelischen sowie der katholischen Kirchengemeinde und veranstalten gemeinsame Kulturfeste.“

Probleme werden angesprochen

Turgay Emel vom Beirat für Migration und Integration Lahnstein nutzte die Gelegenheit und stellte ein paar Fragen an den Bundestagsabgeordneten Josef Winkler. Vor allem die Problematik mit der doppelten Staatsbürgerschaft und das verweigerte Wahlrecht für Ausländer in Deutschland beschäftigen Emel sehr. Seit neun Jahren sitzt Josef Winkler bereits im Bundestag und setzt sich vor allem für Integrations- uns Kirchenpolitik ein. In der aktuellen Wahlperiode ist der gebürtige Bad Emser Sprecher für Flüchtlingspolitik sowie Sprecher für Kirchenpolitik und interreligiösen Dialog seiner Fraktion. „Der Wille bei vielen Politikern, in Sachen Integrationspolitik etwas zu ändern, ist da“, sagte Josef Winkler entschlossen. Die Problematik bestehe jedoch darin, dass ohne vorherige Änderung der Verfassung keine Gesetze beschlossen werden können. Zu solch einer Änderung wird im Parlament eine Zweidrittelmehrheit benötigt, die laut Winkler nur sehr schwer zu erreichen sein wird.

Auch Wahlrecht ist Thema

Diese Hürde sei auch ein großes Problem bei der doppelten Staatsbürgerschaft, die momentan auch bei integrierten Türken noch nicht möglich ist. Das mit der Staatsangehörigkeit zusammenhängende Wahlrecht bleibt somit auch den in Deutschland lebenden Türken verwehrt. Einen Erfolg konnte die Regierung laut Winkler jedoch schon verbuchen. Künftig sollen in Deutschland muslimische Religionslehrer oder auch Imame ausgebildet werden. „Sie können sich darauf verlassen, dass ich dafür kämpfe, dass alle Religionen in Deutschland gleich behandelt werden. Ich gebe mein Bestes und bin zuversichtlich, es noch miterleben zu dürfen“, sagte Josef Winkler zum Abschluss.


(von Sina Bär, Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems von Mittwoch, 12. Oktober 2011, Seite 20)

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