Höfken und Winkler bestehen Kampfkandidaturen um vordere Listenplätze
RHEINLAND-PFALZ. Ulrike Höfken und Josef Winkler werden erneut die rheinland-pfälzischen Grünen in den Bundestagswahlkampf führen. Die beiden Mandatsträger behaupteten sich nach mehreren Kampfkandidaturen beim Listenparteitag im pfälzischen Limburgerhof gegen insgesamt fünf Herausforderer.
Die 53-jährige Agrarexpertin Höfken (Bitburg-Prüm) setzte sich im dritten Wahlgang mit 90 zu 76 Stimmen gegen Tabea Rößner (42) aus Mainz durch. Die Journalistin und ehemalige Landesvorsitzende landete auf Platz drei.
Auf Platz zwei kam erneut der Migrationsexperte Josef Winkler (34, Bad Ems). Er lag im zweiten Wahlgang mit 86 zu 71 Stimmen vor dem Ludwigshafener Bernhard Braun, ehemaliger Fraktionsvize im Landtag und heute Landesvorsitzender des BUND. Für Platz vier, den zweiten "Männerplatz" der Liste, trat Braun nicht mehr an. Auf diese Position wurde der Kinderarzt Fred Konrad (Zweibrücken) gewählt.
Die Landesvorsitzenden setzen jetzt "auf die Erfahrung von Höfken und Winkler und kämpfen um einen dritten Sitz für Tabea Rößner", erklärten Eveline Lemke und Daniel Köbler. Die rheinland-pfälzischen Grünen hatten bei der Bundestagswahl 2005 im Land 7,3 Prozent der Stimmen erzielt und zwei Mandate errungen. Ein drittes Mandat halten führende Grüne für erreichbar, da es 2005 nur um wenige Tausend Stimmen verfehlt wurde und diesmal die kleinen Parteien von der Großen Koalition im Bund profitieren dürften. Als Unbekannte in der Rechnung gilt freilich, wie stark eine Wählerwanderung von der SPD eher der "Linken" zugute kommt.
Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, kritisierte vor den rund 170 Delegierten die Große Koalition. Diese handele in der derzeitigen Wirtschaftskrise nicht energisch genug. Die Bundesregierung solle unter anderem überzogenen Bonus-Zahlungen für Banker einen Riegel vorschieben, sagte Künast. Zur Datenschutzaffäre bei der Deutschen Bahn forderte Künast: "Mehdorn muss gehen - und Merkel muss es machen."
Die Grünen hatten zuvor das Wahlprogramm für die Kommunalwahlen am 7. Juni einstimmig verabschiedet. Es steht unter dem Motto "Wir mischen uns ein" und hat die Schwerpunkte Klima, Bildung und soziale Gerechtigkeit. Die Partei hatte bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren landesweit 7,1 Prozent erreicht. (ren/dpa)
Rhein-Zeitung vom 30.03.2009
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