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JOSEF WINKLER, MdB
26.01.2009: 

Holocaustleugnung durch katholischen Bischof - Rasche Klarstellung durch Papst erforderlich

Pressemitteilung

Zu den Äußerungen des katholischen Bischofs Williamson erklärt Josef Winkler, Sprecher für Kirchenpolitik und interreligiösen Dialog:

Die unerträglichen Äußerungen des seit dem Wochenende wieder römisch-katholischen Bischofs Richard Williamson, die dieser in Zaitzkofen bei Regensburg von sich gegeben hat, sind scharf zu verurteilen. Wir erwarten, dass die Staatsanwaltschaft Regensburg rasch ermittelt und dass dem Holocaust-Leugner-Bischof der Prozess gemacht wird.
Die bisherige Distanzierung des Vatikans von diesen Äußerungen als "nicht akzeptabel" ist nicht ausreichend. Ein unmissverständliches und rasches Wort von Benedikt XVI. ist erforderlich. Der Bischof sollte so lange von seinen Amtspflichten entbunden werden, bis er diese Äußerung widerruft und sich bei den Opfern des Nationalsozialismus entschuldigt hat.

Dass der Vatikan ausgerechnet zum 50. Jahrestag der Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils eine Gruppe von entschiedenen Gegnern dieses Konzils rehabilitiert, ist ein zumindest missverständliches Signal. Wenn der Papst die gleiche Großzügigkeit bei der Aufhebung von Exkommunikationen auch gegenüber den Vertretern der Befreiungstheologie und denjenigen Theologen, die sich für die Verwendung von Kondomen zur HIV-Prävention oder für Empfängnisverhütung auszusprechen an den Tag legen würde, wäre ihm sicherlich mehr Verständnis sicher als für seine jetzige Entscheidung.

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