A- | A | A+
JOSEF WINKLER, MdB
01.10.2008: 

Reine Symbolpolitik gegenüber Migrantinnen und Migranten

Pressemitteilung

Anlässlich der heutigen Veranstaltung "Deutschland sagt danke! - Würdigung der Aufbauleistung ausländischer Arbeitnehmer der ersten Generation" im Kanzleramt erklärt Josef Winkler, migrationspolitischer Sprecher:

Schöne Fototermine mit der Kanzlerin können die Defizite der Integrationspolitik der großen Koalition nicht vergessen machen: Ziel einer modernen Integrationspolitik muss es sein, Migrantinnen und Migranten eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Anstatt einfach nur "Danke" zu sagen, sollten die Kanzlerin und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung sich vielmehr dafür stark machen, dass gerade die erste Generation der Migrantinnen und Migranten endlich Erleichterungen bei der Einbürgerung erhält. Sie sollten ihren ausländischen Pass behalten dürfen.

Integration bedeutet Teilhabe durch gleiche Rechte und Pflichten. Um dies zu erreichen, müsste der Erwerb der Staatsbürgerschaft gefördert werden, nicht ihr Verlust. Dazu gehört auch, dass der sog. Optionszwang für hier geborene Kinder und Jugendliche gestrichen wird. Dies wäre eine ehrliche Botschaft an Migranten-Jugendliche: Das ist auch euer Land, ihr gehört dazu.

Schließlich können wir von Einwanderern nur dann erwarten, dass sie sich als Teil der deutschen Gesellschaft begreifen, wenn wir ihnen das Gefühl geben, dass sie dazugehören.

Die Bundesrepublik hat sich über Jahrzehnte eine Zwei-Klassen-Integration geleistet, nach dem Motto: Alle Rechte den deutschstämmigen Aussiedlern, Brosamen für die Migranten aus den Anwerbeländern.

Jahrelang sperrte sich die Union wider besseren Wissens gegen eine Anerkennung Deutschlands als Einwanderungsland. Die Gestaltung des Zusammenlebens wurde damit verhindert.

« zurück