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JOSEF WINKLER, MdB
13.03.2008: 

Islamkonferenz: Grundfrage nach der Anerkennung islamischer Religionsgemeinschaften weiterhin offen

Trotz erfreulichen Fortschritten bei der Frage des islamischen Religionsunterrichts ist die Islamkonferenz in einer zentralen Grundfrage noch nicht entscheidend weitergekommen: Wie kommen wir zu anerkannten Religionsgemeinschaften der Muslime? Dafür braucht es konkrete Vereinbarungen zwischen Bund, Ländern, Verbänden. Am Ende müssen eine oder mehrere Religionsgemeinschaften stehen, die unseren rechtlichen Anforderungen genügen.


Das heißt auch, dass diese nur diejenigen vertreten, die sich vertreten lassen wollen, also Mitglied sind. Das ist eine Chance, die moderaten Kräfte im Islam zu stärken. Natürlich darf Politik nicht über religiöse Bekenntnisse bestimmen,aber sie kann sehr wohl den Prozess moderieren und unterstützen. Hier ist die Bundesregierung gefordert.

Es ist gut, wenn endlich Fortschritte in Sachen Religionsunterricht erzielt werden: Dies ist eine wichtige Frage der religiösen Gleichbehandlung, die das Grundgesetz fordert. Überdies ist sie auch integrationspolitisch bedeutsam. Denn einer aktuellen Emnid-Umfrage zufolge fühlen sich 85 Prozent der türkischstämmigen Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit von der Bundesregierung nicht vertreten. 58 Prozent der Deutschtürken haben das Gefühl, in Deutschland unerwünscht zu sein. Das liegt auch daran, dass  jahrzehntelang ignoriert wurde, dass mit den Gastarbeitern auch Religionen eingewandert sind. Es muss daher mehr getan werden, damit aus Muslimen in Deutschland deutsche Muslime werden.

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