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JOSEF WINKLER, MdB
04.07.2011: 

Votum für ein ausnahmsloses Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID)

Pressemitteilung

Der Deutsche Bundestag wird am 7. Juli 2011 abschließend über die gesetzliche Regelung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) abstimmen. Dazu erklären die Mitglieder des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Dr. Maria Böhmer MdB, Thomas Dörflinger MdB, Ingrid Fischbach MdB, Markus Grübel MdB, Dr. Hermann Kues MdB, Dr. hc. Wolfgang Thierse MdB, Peter Weiß MdB, Josef Winkler MdB sowie Dr. Maria Flachsbarth MdB, beratendes Mitglied im AK Politische Grundfragen:

Für uns ist die Präimplantationsdiagnostik (PID) nicht mit unserem christlichen Verständnis vom Menschen und auch nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Wir fordern daher ein ausnahmsloses Verbot der genetischen Untersuchung an Embryonen.

Der Wunsch von Paaren nach einem gesunden Kind ist verständlich und verdient Respekt. Gerade Eltern, die schon Tod- und Fehlgeburten erleiden mussten oder durch die Sorge um ein erkranktes oder behindertes Kind bis an die Grenzen belastet sind, brauchen Unterstützung, Hilfe und Beratung.
Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist dafür jedoch nicht der richtige Weg. Die Auswahl von Embryonen nach dem Kriterium der genetischen Belastung verletzt den Grundsatz, nach dem jedes Leben unabhängig von seiner Gesundheit oder Leistungsfähigkeit den gleichen Schutz verdient. Die Einführung einer Technik, die nur darauf abzielt, genetisch belastete Embryonen auszusortieren, konterkariert das Verbot der Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen (Art. 3 Abs. 3 GG).

Hinzu kommt, dass das Verfahren der In-Vitro-Fertilisation für die betroffenen Frauen körperlich und emotional sehr belastend und mit Risiken verbunden ist. Zudem kommt es nach dem Verfahren nur circa in jedem fünften Fall überhaupt zur Geburt eines Kindes. Darüber hinaus würde die bisherige Regelung des Embryonenschutzgesetzes, nach der zum Herbeiführen einer Schwangerschaft nur drei Embryonen hergestellt werden dürfen, auch bei einer begrenzten Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) aufgehoben und es würden überzählige Embryonen geschaffen.

Nach reiflicher Überlegung kommen wir daher zum Schluss, dass diese Gesichtspunkte sowie die unabsehbaren Folgen für die Gesellschaft einer – auch noch so begrenzten – Freigabe der Präimplantationsdiagnostik (PID) entgegenstehen.

Wir werben daher für ein ausdrückliches gesetzliches Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID).

Unterzeichner:
Dr. Maria Böhmer MdB
Thomas Dörflinger MdB
Ingrid Fischbach MdB
Dr. Maria Flachsbarth MdB
Markus Grübel MdB
Dr. Hermann Kues MdB
Dr. h.c. Wolfgang Thierse MdB
Peter Weiß MdB
Josef Winkler MdB

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