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JOSEF WINKLER, MdB
13.12.2010: 

Runder Tisch Heimkinder: Erfolgreicher Abschluss

Pressemitteilung

Zum Beschluss des Runden Tisches Heimkinder, der heute von der Vizepräsidentin des Bundestages a.D. Dr. Antje Vollmer vorgestellt wurde, erklärt Josef Winkler, stellvertretender Fraktionsvorsitzender:

Wir begrüßen den Beschluss des Runden Tisches Heimkinder, einen Fonds für die Betroffenen einzurichten.

Es hat sich gezeigt, dass es richtig war, den Runden Tisch mit der Aufarbeitung des Unrechts in Deutschen Heimen in den 50er und 60er Jahren zu betrauen. Dies wäre im Rahmen des zunächst von den Heimkindern angestrebten Petitionsverfahrens in dieser Form nicht möglich gewesen. Es ist richtig, dass die beiden großen Kirchen eine erhebliche Summe zur Entschädigung des in den damaligen Heimen begangenen Unrechts beitragen sollen. Gleichwohl ist auch die Übernahme von Entschädigungsleistungen durch Bund und Länder gerechtfertigt, da sie durch mangelnde Heimaufsicht und zu späte Reformen der Heimunterbringung maßgeblich mit verantwortlich sind.

Das unendliche Leid der Opfer kann materiell kaum befriedigend wieder gut gemacht werden, deshalb ist es umso wichtiger, das begangenes Unrecht auch Unrecht genannt wird. Eine gesellschaftliche Rehabilitierung der vom Staat ins Abseits gedrängten ehemaligen Heimkinder ist mehr als überfällig.

Nach wie vor leiden viele der Opfer unter Traumatisierungen. Deshalb sollten die vom Runden Tisch vorgeschlagenen regionalen Anlaufstellen schnell in die Lage versetzt werden, ihre Beratungstätigkeit aufzunehmen.

Bund und Länder sollten jetzt so schnell wie möglich die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Fonds mit seiner Arbeit beginnen kann.

Ein besonderer Dank gilt Dr. Antje Vollmer, die den Runden Tisch zwei Jahre lang ehrenamtlich geleitet hat, und allen Mitarbeitern und Teilnehmern, die am Gelingen des Runden Tisches beteiligt waren.

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