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JOSEF WINKLER, MdB
07.07.2011: 

Präimplantationsdiagnostik (PID)

120. Sitzung des Deutschen Bundestages

Rede zu Protokoll.

Für mich ist die Präimplantationsdiagnostik, PID, nicht mit meinem christlichen Verständnis vom Menschen und auch nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Ich fordere daher ein ausnahmsloses Verbot der genetischen Untersuchung an Embryonen.

Der Wunsch von Paaren nach einem gesunden Kind ist verständlich und verdient Respekt. Gerade Eltern, die schon Tod- und Fehlgeburten erleiden mussten oder durch die Sorge um ein erkranktes oder behindertes Kind bis an die Grenzen belastet sind, brauchen Unterstützung, Hilfe und Beratung.

Die Präimplantationsdiagnostik ist dafür jedoch nicht der richtige Weg. Die Auswahl von Embryonen nach dem Kriterium der genetischen Belastung verletzt den Grundsatz, nach dem jedes Leben unabhängig von seiner Gesundheit oder Leistungsfähigkeit den gleichen Schutz verdient. Die Einführung einer Technik, die nur darauf abzielt, genetisch belastete Embryonen auszusortieren, konterkariert das Verbot der Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen – Art. 3 Abs. 3 GG.

Hinzu kommt, dass das Verfahren der In-vitro-Fertilisation für die betroffenen Frauen körperlich und emotional sehr belastend und mit Risiken verbunden ist. Zudem kommt es nach dem Verfahren nur circa in jedem fünften Fall überhaupt zur Geburt eines Kindes. Darüber hinaus würde die bisherige Regelung des Embryonenschutzgesetzes, nach der zum Herbeiführen einer Schwangerschaft nur drei Embryonen hergestellt werden dürfen, auch bei einer begrenzten Zulassung der PID aufgehoben, und es würden überzählige Embryonen geschaffen.

Nach reiflicher Überlegung komme ich daher zum Schluss, dass diese Gesichtspunkte sowie die unabsehbaren Folgen für die Gesellschaft einer – auch noch so begrenzten – Freigabe der PID entgegenstehen.

Ich werde daher den Gesetzentwurf unterstützen, der ein ausnahmsloses Verbot der PID vorsieht – Drucksache 17/5450.

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