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JOSEF WINKLER, MdB
26.03.2007: 

Fachgespräch rechtliche Gleichstellung des Islam, aber wie?

"Ziel dieser Veranstaltung ist es, die Chancen einer Integrationspolitik auszuloten, die die rechtliche Gleichstellung des Islam in Deutschland anstrebt", so eröffnete der kirchenpolitische Sprecher der bündnisgrünen Bundestagsfraktion Josef Winkler, das Fachgespräch, das am 23. März im Bundestag stattfand.

50 Gäste, darunter die grünen Bundestagsabgeordneten Katrin Göring-Eckardt, Wolfgang Wieland, Omid Nouripour und Ekin Deligöz diskutierten zusammen mit den Referenten Prof. Dr. Mathias Rohe (Universität Erlangen-Nürnberg), Prof. Dr. Matthias Koenig (Universität Göttingen), Volker Beck, Riem Spielhaus (Humboldt Universität Berlin, Islamwissenschaftlerin), Georgia Langhans (migrationspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag Niedersachsen) und Sybille Hausmann (Sprecherin der LAG EinwanderInnen in Nordrhein-Westfalen) über die Ideen und Konzepte einer mittel- und langfristigen Religionspolitik gegenüber dem Islam.


Innenpluralismus im Islam

Prof. Dr. Mathias Rohe lotete zunächst in seinem Beitrag die Chancen einer institutionellen Gleichstellung des Islam in Deutschland aus. Er betonte vor allem die hohe Bedeutung, die dem Imam bei der Meinungsbildung innerhalb einer muslimischen Gemeinde zukomme.

Volker Beck formulierte die politischen Aufgaben, die in den nächsten Jahren sowohl von islamischer als auch deutscher Seite zu bewerkstelligen seien. Dabei sei nicht das zentrale Ziel, "eine islamische Religionsgemeinschaft zu gründen", sondern gemäß dem pluralistisch organisiertem Islam nach tragfähigen Lösungen zu suchen. Dies könne auch bedeuten dass mehrere islamische Religionsgemeinschaften entstehen.


Dialog auf Augenhöhe

Prof. Dr. Matthias Koenig berichtete über die religionspolitische Verfasstheit  Österreichs, Spaniens, Belgiens und Frankreichs und entwickelte auf Basis dieser vergleichenden Analyse Handlungsempfehlungen für die Erreichung der rechtlichen Gleichstellung des Islam in Deutschland. Die kooperativen Elemente, die andere europäische Staaten mit Erfolg eingesetzt haben, können für Deutschland eine Art Vorbildfunktion einnehmen. "Wichtig sei es", so der Göttinger Kultur- und Religionssoziologe, "den Dialog auf Augenhöhe zu führen.

"Ich liebe diesen Satz: Der Islam kennt keine Mitgliedschaft" begann Riem Spielhaus ihren Beitrag zur Diskussion. Die weitere Institutionalisierung des Islam könne eben nur für jene direkt gelten, die auch über ihren Moscheeverein in einer Organisation vertreten sind. Indirekt, und das werde in der Diskussion oft vergessen, fühlen sich aber viele Muslime, auch wenn sie die Moschee nicht besuchen, dem Islam verbunden.

Das Fachgespräch fand auch im Zusammenhang mit der Großen Anfrage der bündnisgrünen Bundestagsfraktion "Stand der rechtlichen Gleichstellung des Islam in Deutschland" statt, deren Beantwortung durch die Bundesregierung in den nächsten Wochen erwartet wird.

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