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JOSEF WINKLER, MdB
10.03.2012: 

„Entscheidung ist nachvollziehbar“

Leserbrief von Josef Winkler in der Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems

Widmung Die Stiftung Scheuern hat einem nach ihrem ehemaligen Direktor Karl Todt benannten Haus den ursprünglichen Namen Haus Lahnberg zurückgegeben.

Karl Todt war wie andere Diakonie-Leiter von dem neuen Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses begeistert und schrieb kurze Zeit später: „Wie freudig begrüßten wir die rassenpflegerischen Maßnahmen unseres Führers, die der Auftakt sind, die Übel von der Wurzel an zu bekämpfen. So stehen wir zum Dienste bereit, Handlanger zu sein am Bau des Reiches Gottes und am Bau des neuen, des Dritten Reiches“ (Zitat nach Ernst Klee/Gunnar Petrich, Film „Alles Kranke ist Last“, ARD).

Wenn es auch Taten gegeben haben mag, die für ihn sprechen – er ist zumindest nicht uneingeschränkt zu ehren.

Insofern finde ich die Entscheidung, eine uneingeschränkte Ehrung für Karl Todt (die die kommentarlose Benennung eines Hauses nach ihm ja ist) zukünftig zu unterlassen, mehr als nachvollziehbar.

Josef Winkler, MdB, Berlin


(Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Samstag, 10. März 2012, Seite 18)

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