BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben ihr Nein zu den Brückenplänen der Landesregierung im Rahmen eines Aktionstages in St. Goar verstärkt. Statt den Welterbetitel mit dem Bau einer Brücke zu gefährden, fordern die GRÜNEN einen 24-Stunden-Betrieb der Fähren im Mittelrheintal.
Gemeinsam mit den GRÜNEN berieten am Samstag mehr als ein Dutzend Initiativen und Verbände sowie Politiker verschiedener Parteien, wie das Brückenbauwerk verhindert werden kann. „Die Kritik an den Brückenplänen ist auch hier im Mittelrheintal sehr deutlich vernehmbar. Wir bieten diesen Kritikern nun erstmals ein Forum, um ihren Unmut auch kund zu tun“, so Eveline Lemke, Landesvorstandssprecherin der Grünen, die zu dem Treffen eingeladen hatte.
Der anwesende Giulio Marano von ICOMOS, der Gutachterkommission der UNESCO, übte bei dem Treffen deutliche Kritik an den Brückenplänen der Landesregierung. Minister Hering behauptete nach der letzten Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees Anfang Juli in Quebec, die Organisation habe keine grundsätzlichen Bedenken gegen einen Brückenbau mehr. Laut Marano hat sich allerdings an der kritischen Haltung von ICOMOS und UNESCO nichts geändert. Das Welterbekomitee verlange vielmehr weitere Informationen, um über das Projekt zu entscheiden. Die Aussage von Minister Hering sei falsch, so Marano.
Auch der GRÜNE Bundestagsabgeordnete Josef Winkler übte Kritik an Minister Hering, da er aus seiner Sicht falsche Zahlen über das erwartete Verkehrsaufkommen an die UNESCO gemeldet habe. „Mir liegt ein Gutachten der Landkreise Rhein-Lahn und Rhein-Hunsrück vor, aus dem hervorgeht, dass der Bau einer Brücke am Mittelrhein das Verkehrsaufkommen um bis zu 7.000 Fahrzeuge am Tag erhöht.
Minister Hering hat gegenüber der UNESCO lediglich ein erhöhtes Aufkommen um bis zu 1.000 Fahrzeuge angegeben. Sollte Minister Hering falsche Zahlen an die UNESCO gemeldet haben, wäre dies ein Skandal! Ich fordere Minister Hering auf, alle vorliegenden und der UNESCO gemeldeten Zahlen zu veröffentlichen, damit wir diese prüfen können“ so Winkler. Der Bad Emser Bundestagsabgeordnete macht auch auf die Gefahren eines Brückenbaus durch die steigende Lärmbelastung der Bevölkerung hin: „Bereits heute stellt die enorme Lärmbelastung ein gravierendes Problem für die Menschen in der Region dar, auch für die touristischen Unternehmen im Mittelrheintal hätte ein Brückenbau aufgrund der massiven zusätzlichen Lärmproblematik immense negative Folgen“, so Josef Winkler.
Als Alternative zu einer Brücke verlangen die GRÜNEN einen kostenlosen 24-Stunden-Fährverkehr an den bisherigen Fährstandorten. „Diese Alternative ist kurzfristig und im Vergleich zu allen Brücken- und Tunnelplänen auch kostengünstig umzusetzen. Den Menschen im Mittelrheintal darf diese dringend benötigte Hilfe nicht weiter vorenthalten werden“, so Markus Gröninger, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Verkehr. Die anwesenden Fährbetreiber bestätigten den GRÜNEN, dass diese Maßnahme auch kurzfristig umzusetzen wäre.
Hier finden Sie einen Link zu RLP aktuell von der Sendung am 16.8.
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