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JOSEF WINKLER, MdB
24.01.2008: 

Fähre ist keine Alternative zur Brücke?

Aus der Rhein-Lahn-Zeitung
Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 24.01.2008

Clasen: Die Fähre ist keine Alternative zur Brücke

Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley und St. Goarshausens Stadtbürgermeister sind gegen den Vorschlag der Grünen

ST. GOARSHAUSEN. Nils Wiechmann, Landesvorstandssprecher von Bündnis 90 / Die Grünen Rheinland-Pfalz, und sein Parteikollege, MdB Josef Winkler, sehen ihre Arbeit der vergangenen Jahre durch die Stellungnahme des Internationalen Rats für Denkmalpflege (Icomos) bestätigt: "Minister Hering ist bei seinen Gesprächen mit der Unesco zum Bau einer Brücke im Mittelrheintal gescheitert. Die Stellungnahme des Icomos-Präsidenten zeigt einmal mehr, wie realitätsfern die Landesregierung mit dem Thema umgeht."

Nach Ansicht der Grünen ist der Bau einer Brücke nicht vereinbar mit dem Welterbestatus. "Auch die zweite Hoffnung der Landesregierung ist zerplatzt. Eine Tunnelvariante wird ebenso zur Aberkennung des Welterbetitels führen", schreiben Winkler und Wiechmann in einer Presseerklärung. Das Gutachten des Icomos zeige, "dass die Position unserer Partei von Beginn an die einzig realistische war, um gleichzeitig den Belangen von Umwelt und Tourismus auf der einen Seite und der Wirtschaft und Bürger auf der anderen Seite gerecht zu werden. Die Grünen favorisieren statt dem Bau einer Rheinquerung "einen 24-Stunden-Fährbetrieb zu vernünftigen Preisen".

Dem erteilen Kommunalpolitiker in St. Goarshausen allerdings eine klare Absage. Dieter Clasen (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley, gibt zu verstehen: "Es gibt keine Alternative zum Bau einer Rheinquerung." Die Fähre erfülle laut Clasen nicht die Ansprüche, die die Gewerbetreibenden an eine Verbindung stellen. "Die Unternehmer in unserer Verbandsgemeinde sagen zu mir, sie würden von Lieferanten teilweise nicht mehr angefahren werden, weil die Route zeitlich nicht kalkulierbar sei. Eine Brücke ist immer da, auf eine Fähre muss man warten." Zudem argumentieren Lieferanten mit den zusätzlichen Kosten, die ihnen durch die Benutzung der Fähre entstehen. Clasen hält es hingegen für akzeptabel, den Fährbetrieb bis zum Bau einer Rheinquerung auszuweiten.

Auch St. Goarshausens Stadtbürgermeister Bernhard Roth (CDU) hält verlängerte Fährzeiten für sinnvoll. "Allerdings nur als Zwischenlösung. Die Fähre kann eine Brücke niemals ersetzen." Roth fordert die handelnden Politiker aber auch auf, Klarheit zu schaffen. "Wir sind froh um jeden Gewerbetreibenden in St. Goarshausen, und die Fähre hat Tradition. Der Betreiber hat zuletzt viel Geld investiert und ist abhängig von weiteren Entscheidungen. Er braucht auch Planungssicherheit."

Grund für die neuerliche Diskussion ist die Aussage von Icomos-Präsident Michael Petzet, der den Welterbe-Status bei Brücken- oder Tunnelbau gefährdet sieht.   (wak)

Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 24.01.2008, Seite 9.

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