Anlässlich der aktuellen Stellungnahme des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS) zum möglichen Bau einer Rheinbrücke im Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal erklären Josef Winkler, Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Koblenz, und Nils Wiechmann, Landesvorstandssprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz:
Minister Hering ist bei seinen Gesprächen mit der UNESCO zum Bau einer Brücke im Mittelrheintal grandios gescheitert! Die Stellungnahme des ICOMOS-Präsidenten Michael Petzet zeigt einmal mehr, wie realitätsfern die Landesregierung mit dem Thema umgeht.
Die Stellungnahme des Internationalen Rats für Denkmalpflege hat eindrucksvoll bestätigt, was wir Grünen in Rheinland-Pfalz und in der Region schon seit Jahren predigen: Der Bau einer Brücke über die einzigartige Kulturlandschaft des Oberen Mittelrheintals ist nicht vereinbar mit dem Weltkulturerbe. Dies ist das Ergebnis des ICOMOS-Gutachtens. Auch die zweite Hoffnung der Landesregierung ist zerplatzt! Eine Tunnelvariante wird ebenso zur Aberkennung des Welterbetitels führen.
Die Studie zeigt, dass die Position von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN von Beginn an die einzig realistische war, um gleichzeitig den Belangen von Umwelt und Tourismus auf der einen Seite und den Belangen der Wirtschaft und der Bürger auf der anderen Seite gerecht zu werden.
Seit die SPD in Rheinland-Pfalz regiert, verhindert Sie durch Pläne aus dem Wolkenkuckucksheim eine verbesserte Mobilität der Bewohner des Mittelrheintals. DIE GRÜNEN haben sich immer für einen 24-Stunden Fährbetrieb zu vernünftigen Preisen eingesetzt. Hätte man die Unsummen für die unzähligen Gutachten, die in den letzten 17 Jahren geschrieben wurden, in eine Verbesserung des Fährbetriebs gesteckt, könnten die Bürgerinnen und Bürger und die Gäste des Mittelrheins inzwischen schon seit etlichen Jahren rund um die Uhr auf das jeweils andere Ufer des Rheins wechseln.
Zuletzt im März des vergangenen Jahres haben wir gefordert, anstelle eines unsinnigen Prestigeobjekts den Ausbau des Fährbetriebs voran zu treiben. Genau dies fordert auch ICOMOS-Präsident Michael Petzet in seinem Gutachten.
Wir fordern die Landesregierung auf, umgehend die Pläne zu einer Brücke und zur Untertunnelung des Rheines in den Schredder zu befördern. Mit diesem Thema muss endlich Schluss sein! Ab heute müssen die Planungen für den Ausbau des Fährverkehrs vorangetrieben werden.
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