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JOSEF WINKLER, MdB
26.01.2007: 

Integrationstour in Rheinland-Pfalz

Integration in Höhr-Grenzhausen

Die Integrationstour hat zum zweiten Mal in Rheinland-Pfalz Halt gemacht. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Grünen Kreisverbandes Westerwald hat Josef Winkler, migrationspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, bei seiner ersten Station an diesem Tag eine Moschee des türkischen-islamischen Kulturvereins Ditib in der Westerwald-Gemeinde Höhr-Grenzhausen besucht.

  

Dass es sich um ein positives Beispiel gelungener Integration handelt, wurde schnell klar. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden befindet sich die Moschee nicht außerhalb in einem Industriegebiet, sondern mitten im Zentrum von Höhr-Grenzhausen. Dies beweist auch die Akzeptanz von Seiten der nicht-muslimischen Bevölkerung, mit der gute Kontakte bestehen.

 

Um den Kontakt und die gegenseitige Wertschätzung zu fördern, führt der Kulturverein vielfältige Maßnahmen durch. Einen Einblick in das Innenleben einer Moschee können die Bürgerinnen und Bürger vor Ort bei einem Tag der offenen Tür bekommen. Dass es wichtig ist, gerade die jungen Menschen über den Verein und den Islam zu informieren, haben die Verantwortlichen des Kulturvereins erkannt. Gezielt werden Schulklassen eingeladen, die sich vor Ort ein Bild über die Arbeit des Kulturvereins machen können. Die Einladungen führen auch dazu, dass sich die Schülerinnen und Schüler bereits im Vorfeld im Rahmen des Unterrichts mit der muslimischen Religion beschäftigen.

 

Die zweite Station führte Josef Winkler zum Kulturzentrum “Zweite Heimat” in Höhr-Grenzhausen. Der Schwerpunkt der Institution liegt in der Integration von ausländischen Jugendlichen. In der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen haben etwa 20 Prozent der Einwohne einen Migrationshintergrund, im Stadtteil Höhr, in dem das Kulturzentrum beheimatet ist, liegt der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund bei etwa 50 Prozent. Das Kulturzentrum besticht durch ein umfangreiches Kulturprogramm, das große Akzeptanz bei allen Jugendlichen findet. Das Angebot wird gleichermaßen von Deutschen und Migranten genutzt und hat eine Brückenfunktion für eine tatsächliche Integration der Migrantinnen in die Gemeinde. Im Projekt “Arbeit und Leben”, das ebenfalls unter dem Dach der “Zweiten Heimat” firmiert, werden arbeitslose Jugendliche an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt. , da in Höhr-Grenzhausen der Anteil der Migrantinnen und Migranten ohne schulische und berufliche Ausbildung überdurchschnittlich hoch ist, ist dies ein wichtiger integrationspolitischer Ansatz.

In der anschließenden Diskussion lobte Josef Winkler die vielfältigen Angebote der Stadt als “Leuchtturmprojekte” gelungener Integration. Die Nachfrage nach den Angeboten der “Zweiten Heimat” gerade bei den Migrantinnen und Migranten zeigt ganz deutlich, dass  Integration nur dann gelingen kann, wenn, Lebenschancen auch  Migrantinnen und Migranten  einen besseren Zugang zu Bildung und Ausbildung bekommen.. Gerade die Arbeit der “Zweiten Heimat” zeige, dass Integrationspolitik als Aufgabe der Bildungs- und Sozialpolitik aufgefasst werden müsse, so Winkler.

 

Dem stimmte Jürgen Johannsen, Bürgermeister von Höhr-Grenzhausen, zu. Er unterstrich, dass in der Stadt ein breiter Konsens aller im Rat vertretenen Parteien herrsche, die städtische Sozialpolitik zu unterstützen, da sie ein wichtiger Baustein der lokalen Integration sei.

 

Der Vorsitzende des Ausländerbeirats Cengiz Günana lobte ebenfalls die Anstrengungen der Stadt. Er betonte aber, dass Integration auf allen Ebenen stattfinden müsse. So müssten die Kontakte zwischen Deutschen und Migrantinnen und Migranten weiter verstärkt werden, denn er stellte fest: “Wir kennen uns leider noch zu wenig!”

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