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JOSEF WINKLER, MdB
16.11.2006: 

Integrationstour der Bundestagsfraktion Bündnis’90/DIE GRÜNEN

Renate Künast und Josef Winkler am 16.11. in Mainz

 

Integration findet vor Ort und nicht auf dem Papier oder in Konferenzräumen statt. Deshalb besucht die Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN in den kommenden Monaten bundesweit Projekte und Initiativen, die Modellcharakter haben. Damit wollen wir zeigen, wie die Integration von Migrantinnen und Migranten funktionieren kann.

In diesem Zusammenhang besuchten am 16. November die Fraktionsvorsitzende Renate Künast und der migrationspolitische Sprecher Josef Winkler verschiedene Institutionen in Mainz.

Dort waren sie  zunächst im Institut zur Förderung von Bildung und Integration (INBI). Dieses interkulturell ausgerichtete Bildungszentrum hat sich die soziale, politische und rechtliche Gleichstellung von In- und Ausländern sowie von Männern und Frauen zum Ziel gesetzt. Seine vorrangige Aufgabe sieht es in der beruflichen Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten. Mit Erfolg: Rund 50 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen im Anschluss an die Ausbildung bei INBI auf dem ersten Arbeitsmarkt unter.

Im Bild vorne links: Peimaneh Nemazi-Lofink (Leiterin von INBI), hinten rechts: Daniel Köbler, grünes Fraktionsmitglied Stadtrat Mainz.

Die ebenfalls bei INBI angesiedelte Arbeitsgemeinschaft für Bildung und Integration kümmert sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen um arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für Migrantinnen und Migranten. "Wir brauchen einen Paradigmenwechsel: Nicht nur die Defizite, sondern auch die besonderen Qualifikationen von Migranten müssen im Blick stehen", meinte Institutsleiterin Peimaneh Nemazi-Lofink. Das fachliche Wissen von Migrantinnen und Migranten sollte besser genutzt werden. "Gerade für solche Impulse wollen wir auf der Integrationstour werben", begrüßte Josef Winkler diesen Ansatz.

Zweite Station in Mainz war ein Besuch beim Interkulturellen Stadtteilzentrum "Neustadt-Projekt Mainz". Ein Arbeitsschwerpunkt dieses Zentrums ist die Arbeit mit Frauen und Mädchen sowie gemeinwesenorientierte Stadtteilarbeit. Weiterhin bietet das Zentrum auch Deutschkurse nach dem Zuwanderungsgesetz an.

Gerade bei diesen Integrationskursen besteht nach Meinung der Neustadt-Mitarbeiterinnen erheblicher Nachbesserungsbedarf. Besonders schwierig für Sprachkursteilnehmer und Kursleiter ist es, dass Personen mit großen Unterschieden in Bezug auf Bildung und Vorkenntnisse der deutschen Sprache in Kursen gemeinsam unterrichtet werden. Häufig besuchen auch Analphabeten die Kurse. Gerade bei dieser Personengruppe ist die bislang im Gesetz vorgesehene Stundenzahl von 600 Stunden  absolut nicht ausreichend. Als problematisch für die Träger der Integrationskurse sei zudem der hohe Verwaltungsaufwand, der nicht direkt vergütet wird. "Der Handlungsbedarf ist offenkundig", so Renate Künast. "Die Große Koalition macht aber nur leere Versprechungen. Die grüne Bundestagsfraktion hingegen hat in den Beratungen des Bundeshaushalts 30 Mio. € für die qualitative Verbesserung der Integrationskurse vorgeschlagen."


Von links: Schahnaz Fathi (Pädagogische Mitarbeiterin Abt. Migration); Gabriele Schneidewind (Geschäftsführerin); Doris Hormel (Leiterin Abt. Migration), Renate Künast, Josef Winkler, Katrin Eder (stv. Fraktionsvorsitzende Grüne Stadtrat Mainz)

Bei einer Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz diskutierten am Abend Migrantenverbände aus Rheinland-Pfalz am Abend mit Renate Künast und Josef Winkler den  Fraktionsbeschluss der Bundestagsfraktion zur Integrationspolitik: "Perspektive Staatsbürgerin und Staatsbürger".


Von links: Josef  Winkler, Renate Künast, Pitt von Bebenburg (Frankfurter Rundschau), Carmen Lopez (Ausländerbeiräte RLP), Behrouz Asadi (AK Asyl RLP)

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