Zur gestrigen Entscheidung der UNESCO zur Mittelrheinbrücke erklärt der Bad Emser Bundestagsabgeordnete Josef Winkler, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:
Die gestern von der UNESCO erteilte grundsätzliche Zustimmung zur Planung einer Brücke im Mittelrheintal habe ich mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Entgegen der ausdrücklichen Ablehnung des Brückenprojektes durch die Denkmalschutzorganisation ICOMOS, die die UNESCO berät, kann die Landesregierung die Planungen weiterführen. Wir rheinland-pfälzischen GRÜNEN werden die Entscheidung eingehend prüfen und weiterhin den geplanten Brückenbau mit allen politischen und rechtlichen Mitteln bekämpfen.
Mit Spannung erwarte ich Vorschläge von der Landesregierung, wie sie die Zukunft der Fährbetreiber am Mittelrhein sicherstellen will. Zum einen weil der Fährbetrieb grundlegend für die Erteilung des Welterbestatus war, zum anderen weil die Fähren eine wichtige Bedeutung im lokalen Verkehr haben. Es kann nicht sein, dass durch den möglichen Bau einer Mittelrheinbrücke neuer Verkehr induziert wird und dass für viele Menschen in der Region durch den Brückenbau der Weg auf die andere Rheinseite länger als bisher wird.
Das grundsätzlich positive Votum durch die UNESCO ist im Übrigen nicht zuletzt durch die enorme politische Einflussnahme der Landesregierung vor Ort erklärbar. Das Gemauschel vor Ort stinkt zum Himmel.
Die gestrige Entscheidung ist jedoch kein Sieg der Landesregierung nach 90 Spielminuten, allenfalls ist sie mit einem Eins zu Null-Vorsprung in die Halbzeit gegangen. Bis zum Schlusspfiff bestehen noch ausreichend Möglichkeiten, das Ergebnis zu drehen.
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