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JOSEF WINKLER, MdB
19.02.2009: 

Fußball bildet mit simplen Botschaften

Gelungene Premiere für neue Talk-Reihe mit DFB-Präsident Theo Zwanziger

Gelungener Auftakt für eine neue Gesprächsreihe im Kellertheater Casablanca: Kein Geringerer als der Präsident des Deutschen Fußballbundes, Theo Zwanziger, war Premierengast der Reihe "Josef Winkler trifft...".

BAD EMS. "Wenn die TuS Koblenz kein neues Stadion bekommt, wird sie sich auf Dauer nicht in der Zweiten Liga halten können." Das ist nur eine von vielen konkreten Antworten, mit der DFB-Präsident Theo Zwanziger im Bad Emser Kellertheater auf Fragen aus dem Publikum klar Stellung bezieht. Zum Auftakt der Talk-Reihe "Josef Winkler trifft..." bietet Zwanziger interessante Einblicke in die Beziehungen zwischen Spitzen- und Breitensport, in den gesellschaftspolitischen Beitrag des Fußballs, in sein Verhältnis zu Gerhard Mayer-Vorfelder und ganz persönliche Überzeugungen.

Der Bundestagsabgeordnete Josef Winkler (Bündnis 90/Die Grünen) beschert mit seiner Idee, den Berliner Sitzungsstuhl mit einem Bad Emser Moderatorensessel zu tauschen, den Gästen im Casablanca 90 kurzweilige Minuten. Dem biografischen Abriss über Zwanzigers Karriere (Zwanziger: "Wer es anstrebt, wird"s nicht; ich hab immer versucht, meine Arbeit anständig zu machen") folgen Fragen zum Beginn der Amtszeit. "Die Doppelspitze war eine kluge Entscheidung", sagt der DFB-Präsident. Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft sei die Arbeit so perfekt aufgeteilt gewesen, auch wenn es sich nicht für eine Dauerlösung geeignet habe. Und sein Verhältnis zu Amtsvorgänger "MV" sei immer besser gewesen als in den Medien dargestellt.

Auch Kritisches spricht Winkler an, Wettskandal oder Rassismus in den Stadien. Vor 1945 habe man den Fehler gemacht, so zu tun, als habe Sport nichts mit Politik zu tun, so der Jurist und ehemalige Landespolitiker. "Aber man kann doch nicht mit Kindern unterschiedlicher nationaler Herkunft gemeinsam Sport machen, ohne darauf zu achten, wie sie miteinander umgehen", so Zwanziger. Wie ein jüdischer Nationalspieler von einem Tag auf den anderen erst als Star, dann wie ein Insekt behandelt wurde, das gebe auch jungen Menschen zu denken, wenn sie sich das mit einem Michael Ballack vorstellen. Die Demokratie zu stärken, das sei eine Daueraufgabe, auch im Sport. Zwanziger: "Wir können beim Fußball mit einfachen Botschaften jungen Menschen mehr an Bildung und Erziehung mitgeben, als es anderswo mit komplizierten Strukturen und Methoden versucht wird." Die WM 2006 habe das Bild der Deutschen im Ausland positiv verändert, was auch Grund gewesen sei, die Frauen-WM nach Deutschland zu holen.

Anekdoten zum Schmunzeln, auch über Begegnungen mit Nationalspielern ("Die könnten alle meine Enkel sein") und "hohen Politikern" runden die kurzweilige Talk-Premiere ab, die mit drei weiteren prominenten Gästen im Badhaus dieses Jahr fortgesetzt werden soll.    (cm)

Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 19.02.2009, Seite 18.

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