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JOSEF WINKLER, MdB
16.04.2012: 

Josef Winkler pilgert zum Heiligen Rock

Josef Winklers „Berliner Notizen“ in der RHEIN-ZEITUNG

Keine Hoffnung für mehr als 10 000 Schlecker-Beschäftigte – hat die Politik versagt?

Das ist einfach nur zynisch: Die kurz vor der völligen Bedeutungslosigkeit stehende FDP setzt mit letzter Kraft noch einmal ihre Vorstellung von einer brachialen Marktwirtschaft durch und verhindert die Einrichtung von Transfergesellschaften für die entlassenen Schlecker-Beschäftigten. In solchen Transfergesellschaften wären die betroffenen Verkäuferinnen bei der Suche nach neuer Arbeit umfassend unterstützt und weiterqualifiziert worden. Und nachdem die FDP gezielte Hilfen für die Betroffenen verhindert hat, gibt Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler den entlassenen Schlecker-Mitarbeiterinnen dann auch noch einen guten Rat mit auf den Weg: Sie sollten sich nun darum kümmern, „schnellstmöglich eine Anschlussverwendung selber zu finden“. Die Sorgen und Nöte der betroffenen Menschen und die dahinter stehenden mehr als 10 000 Einzelschicksale finden keine Beachtung. Gerecht und einer sozialen Marktwirtschaft würdig wäre es gewesen, die Opfer der Schlecker-Pleite mit aller Kraft zu unterstützen. Nicht um das miserable Schlecker-Geschäftsmodell der Vergangenheit zu retten, sondern um all denen neue Chancen zu bieten, die zuerst unter dem Missmanagement gelitten haben und nun vor dem Nichts stehen.


Darauf freue ich mich heute schon:

Mitte des Monats nehme ich an der Heilig-Rock-Wallfahrt teil. Im Trierer Dom wird für einen Monat der Heilige Rock zu sehen sein, bei der Reliquie soll es sich um die Tunika Jesu Christi handeln. Unter der Losung „Und führe zusammen, was getrennt ist“ findet ein breites Pilger- und Begleitprogramm statt. Besonders freue ich mich bei der diesjährigen Wallfahrt über die mutigen ökumenischen Akzente.


Das würde ich gern ganz anders machen:

Die Minister Norbert Röttgen und Philipp Rösler haben sich kürzlich de facto auf einen Ausstieg aus der Solarstromförderung geeinigt und mit der schwarz-gelben Mehrheit durch den Bundestag gedrückt. Der Solarausbau solle in geordnete Bahnen gelenkt werden, so die Koalition. Tatsächlich spielt Schwarz-Gelb jedoch Russisches Roulette mit der Solarwirtschaft: Sie wird die allermeisten deutschen Solarunternehmen ruinieren und den Solarausbau ausbremsen. Damit bricht eine wichtige Säule der Energiewende weg.


(Rhein-Zeitung Koblenz und Region vom Montag, 16. April 2012, Seite 12 sowie Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Mittwoch, 18. April 2012, Seite 18)

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