Zum letzten Mal in dieser Wahlperiode des Bundestages berichte ich Ihnen über meine Tätigkeit als Abgeordneter in Berlin. Der richtige Zeitpunkt, aus meiner Sicht ein Fazit des Projekts "Brief aus Berlin" zu ziehen:
Ich fand die Möglichkeit, mich direkt an Sie wenden zu können, etwas mehr Transparenz über meine politischen Meinungen, Handlungen und Erlebnisse herzustellen, sehr gut. Ich habe ganz bewusst immer selbst und aktuell diese "Briefe" geschrieben, so sind sie auch zweimal ausgefallen weil ich verhindert war.
Dadurch waren sie natürlich zuweilen auch etwas scharf im Tonfall, zum Beispiel, wenn ich mich gerade sehr über etwas geärgert hatte beziehungsweise etwas für politisch absolut schädlich gehalten habe, was in Berlin beschlossen wurde. Aber ich dachte, auch das könnte Sie interessieren, dass selbstverständlich auch Emotionen Einfluss auf politische Handlungen Ihres Abgeordneten in Berlin haben.
Gleich mehrfach durfte ich anhand von schriftlichen Reaktionen feststellen, dass von einigen unter Ihnen - die mich nicht persönlich kennen und denen damit zuweilen mein Sinn für Ironie mithin nicht ausreichend vertraut war - bestimmte scherzhaft gemeinte Anspielungen als übertriebene Reaktion beziehungsweise unnötige Aggression meinerseits empfunden wurden. Ich habe mich bemüht, diese - allerdings auch nicht nur im höflichsten Ton vorgetragenen - Anregungen in meine Artikel einfließen zu lassen.
Gleichwohl wohnt dem Format ein gewisses Ungleichgewicht inne, da ja im Lokalteil Leserbriefschlachten über Bundespolitik keinen rechten Sinn haben und somit Reaktionen der Leserinnen und Leser quasi nur nichtöffentlich - nämlich direkt an mein Büro - erfolgen.
Um nicht den Eindruck eines Abschiedsbriefes zu erwecken: Ich rechne fest damit, dem nächsten Bundestag wieder anzugehören, und werde dann auch gerne wieder Briefe aus Berlin schreiben, wenn das Format denn bleibt. Im Großen und Ganzen hoffe ich, Sie nicht gelangweilt, sondern Sie unterhaltsam und gut informiert zu haben. Schöne Urlaubszeit!
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